Glaube im Sturm

Freitag, 18 Juni 2021

Glaube im Sturm

Man wünscht sich mehr von Solchen, die angesichts der Hektik der Zeit „hinten“ schlafen wie Jesus beim Sturm auf dem See, die Glaubensruhe bewahren. „Hilfe, wir gehen unter“, schreien stattdessen seine Anhänger, und zwar immer schon: die Kirche muss nach links, nach rechts, muss zurück rudern, muss die Flucht nach vorne ergreifen. Jesus aber reibt sich den Schlaf aus den Augen: Wozu diese panische Geschäftigkeit und Rechthaberei? Wo ist euer Glaube – wenn ich doch mit im Boot bin?

All die Hast um die strukturellen Reformen der Kirche hängt mit dem mangelnden Glauben zusammen, damit, dass die Christen einzeln, jede/r für sich, den Herrn Jesus im Boot des Lebens vergessen. In Krisen waren es immer Einzelne (= Heilige), die mit ihrer Glaubensradikalität das Boot der Kirche mit stabilisierten. Petrus wandelte sogar auf dem Wasser Christus entgegen - solange er glaubte.

Freilich: Jede Rettung im Sturm ist nur vorläufig. Alles Vorläufige muss untergehen. Daher sind Angst und Hektik verständlich. Aber mit Jesus ist der Untergang Auferstehung. Das ist – oder wäre – das Ruhekissen von uns Christen im aufgewühlten Meer der Weltgeschichte.

Meint P. J. Gregur und wünscht euch eine gesegnete Woche!