Fest der Auferstehung

Sonntag, 04 April 2021

Fest der Auferstehung

„Manchmal feiern wir mitten im Tag ein Fest der Auferstehung: Stunden werden eingeschmolzen und ein Glück ist da“, Sätze aufgebrochen“, „Waffen umgeschmiedet“, „Sperren übersprungen“ usw., lauter Auferstehungen im Alltag. Mir gefällt dieses Lied und doch mag ich es nicht. Es ist klar, was gemeint ist: Wenn wir christlich handeln, dann sind das „Glück“, das „Lied“, der „Friede“ und der „Geist“ Jesu da. Aber irgendwie dünn ist das alles, menschengemacht, fast nach dem Motto: wenn wir im Sinne Jesu nett zueinander sind, dann ist das Leben schöner und sinnvoller. Auferstehung braucht es dazu nicht.

Es gab in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts Theologen, die auch gemeint haben die Auferstehung Jesu bedeutet: Die Jünger wussten auf einmal, dass Jesus lebt bzw. dass „die Sache Jesu“ weitergeht. Sie hätten ihre tiefste Überzeugung und Sehnsucht als Auferstehung erfahren.

So geht das aber nicht. Die Menschen vor zweitausend Jahren waren auch nicht simpel gestrickt. Auch sie wollten ihr Leben und ihren Glauben nicht auf die innere Überzeugung von irgendjemand bauen. Betrüger liefen auch damals zuhauf umher.

Nein, es ist damals etwas passiert, das die innere und äußere Welt der Apostel völlig durcheinander gebracht hat. Eine geistige Kernexplosion sozusagen, mit realem Hintergrund. Sonst wären sie nicht für Jesus nach und nach in den Tod gegangen. Sie taten es eindeutig aufgrund der Auferstehung Jesu. Darum sagt Paulus: „Ist Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer, leer auch euer Glaube. […] Nun aber ist Christus von den Toten auferweckt worden als der Erste der Entschlafenen.“ (1 Kor 15,14 u. 20).

Unser Glaube stützt sich auf die Zeugen der Auferstehung, die Apostel. Darum sind in allen Pfarrkirchen an der Wand rundherum zwölf Kerzen angebracht, Lichter der Auferstehung sozusagen. Alles steht in diesem Licht: der Sonntag als wöchentliches Ostern, die Eucharistiefeier als Feier des Todes und der Auferstehung Jesu, alle übrige Liturgie. Die Christen, die Kirche, alles Christliche ist das Ergebnis der Auferstehung. Und auch Garant der Tradition, der Über-Gabe der Auferstehungsbotschaft von Generation zu Generation. Nicht der selbstgemachten, der gefühlsmäßigen, sondern Auferstehung als Faktum schlechthin. Halleluja!

Ein gesegnetes Osterfest im Namen des ganzen Teams der KHG Augsburg!

P. J. Gregur

 P. s. Immer wieder schön…. https://www.youtube.com/watch?v=SXh7JR9oKVE